Chronik
| um 800 | Die Entstehung von Sondershausen ist urkundlich nicht belegt, wird aber in die fränkische Zeit datiert. |
| 1125 | Erste urkundliche Erwähnung von Sondershausen als Siedlung, die von zwei Dienstmannen des Mainzer Erzbischofs namens Wydego und Remarus verwaltet wird. |
| 1210/51 | Albrecht von Halberstadt wird Schulmeister (Scholasticus) des Stiftes Jechaburg. Er tat sich als Dichter hervor und übersetzte die “Metamorphosen” des Ovid. |
| um 1300 | Unter den Hohnsteinern (seit 1263 auf Spatenburg ansässig) erhält Sondershausen das Stadtrecht. Die Stadt umfasste damals etwa 400 Häuser, die in einem unregelmäßigen Viereck zu Füßen des Schlosses lagen. |
| 1344 | Die St. Andreas Kirche wird in einer Urkunde des Papstes erwähnt, der dem Grafen von Hohnstein erlaubte, in Sondershausen ein Nonnenkloster einzurichten. |
| 1356 | Heinrich V. von Hohnstein stirbt, ohne männliche Nachkommen zu hinterlassen. Die Stadt geht durch Erbschaft an die gräfliche (ab 1697 fürstliche) Dynastie der Schwarzburger über, die die Stadt bis 1918 als Residenz und Landeshauptstadt nutzten und ausbauten. |
| um 1500 | Erstmalige Erwähnung einer Schule. Sondershausen hat etwa 1700 Einwohner. |
| 1525 | Aufständische Bauern verwüsten im Bauernkrieg das Chorherrenstift zu Jechaburg. |
| 1534/55 | Graf Günther lässt an Stelle der Sondershäuser Burg ein Renaissanceschloss errichten. Der Süd-, Ost- und Nordflügel entsteht. Der hochmittelalterliche Wohnturm wird zum Schlossturm umgebaut. |
| 1555 | Das älteste Kirchenbuch der Stadt wird angelegt. Das alte Stadtrecht wird bestätigt. |
| 1560/70 | Bau eines neuen Rathauses. |
| 1570 | Das Hospital St. Crucis wird neben der Cruciskirche neu erbaut. |
| 1578 | Ein Friedhof wird am Gottesacker angelegt. Zu dieser Zeit hat die Stadt etwa 2000 Einwohner. |
| 1583 | Errichtung der Domäne (in der jetzigen Carl-Schroeder-Straße), welche zuerst als Vorwerk für das Schloss, später als Wirtschaftsgebäude diente. |
| 1593 | Erstmalige Erwähnung von Gasthöfen (“Der rote Löwe” am Markt, später Goldener Löwe, der Ratskeller, Frosches Gasthof und vor dem Wippertore der Schwarze Bär). |
| 1597 | 470 Personen werden Opfer der Beulenpest. Mehrfach hat es in den Jahrhunderten vorher größere Todeswellen (vermutlich durch Seuchen) gegeben, so 1577, 1551, oder 1349. |
| 1613 | Überschwemmung der gesamten Stadt. Wiederholt hat die Stadt Schäden durch Hochwasser der Wipper, u.a. 1650, 1727, 1909. |
| 1618-1648 | Im Dreißigjährigen Krieg wird Sondershausen mehrfach von kaiserlichen Truppen heimgesucht, am schlimmsten 1632/39. Nach den Kriegsereignissen folgte mehrfach die Pest. Über die Hälfte der Menschen in Sondershausen sind durch Krieg und Pest umgekommen. |
| 1624 | Wird das Gasthaus “Zum weißen Schwan” an der Nordseite des Marktplatzes erstmals als Herberge genannt. |
| 1637 | Erstmalige Erwähnung der Hofkapelle. |
| 1680/95 | Graf Christian Günther lässt das Renaissanceschloss umbauen und mit barocken Elementen ausschmücken. In den Jahren 1715/1725 folgt die zweite Phase der barocken Umgestaltung. |
| 1691 | Einweihung der Trinitatiskirche. |
| 1697 | Reichsfürstenstand für die Schwarzburger. |
| 1700 | Bau der Orangerie im Lustgarten. |
| 1720/29 | Errichtung des Prinzenpalais. Ab 1851 wird das Palais Verwaltungsgebäude, als welches es noch heute fungiert. |
| 1736 | Wird das Jagdschloss “Zum Possen” erbaut. |
| 1738 | Am 16.August wird eine Poststrecke von Braunschweig, Nordhausen, Sondershausen nach Langensalza eröffnet. |
| 1746 | Am 31.10. wird der Dichter und Schriftsteller Johann Karl Wezel in Sondershausen geboren. |
| 1764/71 | Fürst Christian Günther lässt das Schloss durch den Bau des Westflügels erweitern. |
| 1770/71 | Errichtung des Herkulesbrunnen im Schlosshof. |
| 1774/75 | Erbauung der neuen Domäne (heute Ärztehaus am Platz vor dem Wippertor). |
| 1774/78 | Errichtung des Gottschalckschen Hauses auf dem Gelände des sogenannten Utzbergischen Siedelhofes. Die Baukosten betrugen damals 8998 Taler. |
| 1781 | Bau des Possenturmes, ein achteckiger und achtgeschossiger Fachwerkturm von 42 m Höhe, auf den 214 Stufen führen. |
| 1796 | Druckt der Buchdrucker Rühl die erste lokale Zeitung Sondershausens. Der genaue Titel der Zeitung lautet “Gnädigst privilegiertes Sondershäuser Wochenblatt”. |
| 1797 | Lässt Fürst Günther Friedrich Carl I. für die Sondershäuser Schützenbrüderschaft das Schützenhaus errichten. |
| 1800 | Entsteht der Planplatz, die Hauptstraße wird bis zur Cruciskirche verlängert. |
| 1801 | Ein aus 12 Musikern bestehendes Elite-Hautboistenkorps (Harmoniekorps) unter der Leitung von Johann Simon Hermstedt wird gebildet. |
| 1806 | Im Loh finden regelmäßig öffentliche Konzerte der Loh-Kapelle statt. |
| 1813 | Die Tageszeitung “Der Deutsche” wird am 06. November gegründet. Sie hat über 130 Jahre bestanden. |
| 1814 | Bau des Gasthofes “Zum Erbprinz” im Zusammenhang mit der Einrichtung eines Schwefelbades (Güntherbad) in Stockhausen. |
| 1815 | Gründung des Hoftheaters. |
| 1824 | Es entsteht die Chaussee nach Erfurt. Das Hoftheater wird hinter dem Westflügel des Schlosses erbaut. |
| 1826 | Errichtung einer jüdischen Synagoge in der Bebrastraße. |
| 1829 | Eröffnung des neuen Gymnasiums. |
| 1836 | Gestaltung des Schlossparkes als englischen Landschaftsgarten. Aufstellung der ersten 30 Rüböllaternen in den Straßen der Stadt. Gründung der ersten Sparkasse. Eröffnung des Kaffees “Schwarzburg” (später Café Pille). |
| 1837 | Wird im Loh die Musikhalle (Lohhalle) durch Architekt C. Scheppig errichtet. |
| 1837/39 | Bau der Schlosstreppe und der alten Wache. Umgestaltung des Marktes durch C. Scheppig. |
| 1846/51 | Klassizistischer Schlossumbau. |
| 1847/49 | Errichtung des Marstallgebäudes im Lohpark. |
| 1848 | Erstmalig organisiertes Feuerlöschwesen. Bau einer Badeanstalt in der Leopoldstraße Errichtung eines Krankenhauses in der Leopoldstraße. |
| 1849 | Erste Briefkästen werden in der Stadt aufgestellt. |
| 1851/53 | Errichtung des Kreisgerichtsgebäudes und des Gefängnisses in der Friedrichsstraße. |
| 1856 | Umbau des Rathauses. |
| 1867 | Mit Abschluss der Militärkonvention zwischen Preußen und Schwarzburg-Sondershausen wird die Stadt preußischer Standort. |
| 1869 | Eröffnung des Hauptbahnhofes nach zweijähriger Bauzeit. Freigabe der Bahnlinie Erfurt – Nordhausen. |
| 1881 | Eröffnung des Staatsschulgebäudes (Gymnasium) in der Güntherstraße. |
| 1883 | Gründung des Sondershäuser Konservatoriums durch Carl Schroeder. |
| 1891 | Einweihung der Bürgerschule “Karl Günther” (heutige Berufsschule). |
| 1892 | Entstehung der Werkswohnsiedlung “Marienhall” in Sondershausen-Stockhausen im Zusammenhang mit der Gründung des Kaliwerkes “Glückauf”. |
| 1893 | Teufen des ersten Kalischachtes zwischen Stockhausen und Großfurra. |
| 1896/98 | Es erhalten alle Häuser der Stadt Wasserleitung. |
| 1898 | Nach der Freigabe der Bahnstrecke Frankenhausen-Nordhausen kommt es zum Bau des Bahnhofes “Zum Possen” (Südbahnhof). |
| 1899/1900 | Bau der Karl Günther Kaserne. |
| 1902 | Beginn der Produktion von Elektroinstallationsmaterial in Jecha durch die Firma Lindner. |
| 1904/05 | Errichtung der Kirche “St. Matthias” in Sondershausen-Stockhausen. |
| 1906/08 | Bau der Katholischen Kirche St. Elisabeth (am heutigen Elisabethplatz). |
| 1907/08 | Es entsteht die Schachtanlage “Petersenschacht” mit einem im Jugendstil errichteten 44 Meter hohem Förderturm. |
| 1909 | Einweihung des Lyzeums (Höhere Mädchenschule, heutige Kollwitz-Schule). |
| 1914 | Beginn des 1. Weltkrieges (1914-1918). |
| 1918 | Abdankung des Fürsten Günther Victor. Ende der konstituellen Monarchie. |
| 1921 | Die Stadt gibt auf Grund bitterer Armut Notgeld heraus. |
| 1922 | Die Straßenbeleuchtung wird von Gas auf elektrische Beleuchtung umgerüstet. |
| 1929 | In der Stadt findet im Mai das 3. Kartellfest des Sondershäuser Sängervereines statt. Vom Verband Akademisch-musikalischer Verbindungen wird am Rondell das Denkmal zu Ehren seiner im Weltkrieg gefallenen Sänger eingeweiht. |
| 1931 | Einweihung des Bergbades “Sonnenblick”. |
| 1939 | Beginn des 2. Weltkrieges (1939-1945). |
| 1945 | Bomben zerstören Teile der Altstadt. 181 Menschen verlieren das Leben, 53 wurden vermisst. |
| 1946 | Vernichtung des Hoftheaters durch Brand. |
| 1950 | Einweihung des “Haus der Kunst” im Loh. |
| 1957/60 | Das Achteckhaus wird restauriert und zu einem Konzertsaal für die Sommerzeit hergerichtet. |
| 1960/80 | Entstehen die Neubaugebiete “Borntal”, “Östertal” und “Hasenholz” in Plattenbauweise, Sondershausen hat 24000 Einwohner. |
| 1976/79 | Der östliche Teil der Altstadt fällt dem Flächenabriß der 80ger Jahre zum Opfer. An seiner Stelle wird das Neubauviertel “Wippertor” errichtet. Es setzt sich die schmerzhafte Reduzierung der historischen Substanz fort (u.a. Abriss des Sterbehaus von Joh. Karl Wezel). |
| 1989/90 | Einstellung des Kalibergbaus. |
| 1990 | Erste freie und demokratische Kommunalwahlen nach 1949. Wiedereinführung der Landesstruktur, Sondershausen ist Kreisstadt im Freistaat Thüringen. |
| 1994 | Bildung des Kyffhäuserkreises. |
| 1998 | Eingemeindung von Berka, Großfurra und Oberspier nach Sondershausen. |
| 2007 | Eingemeindung von Schernberg, Hohenebra, Thalebra, Großberndten, Kleinberndten, Immenrode, Himmelsberg und Straußberg nach Sondershausen. |









