Mit Lui Lücke gegen Leerstand -
Wie macht man auf leerstehende Ladenlokale aufmerksam, ohne den Blick auf das Problem zu lenken, sondern auf die Chancen? Die Stadt Sondershausen geht dafür einen neuen Weg und setzt künftig auf eine sympathische Leitfigur: Lui Lücke.
Er ist blau, freundlich, ziemlich kuschelig und wohnt am liebsten dort, wo niemand sonst wohnen möchte: Lui Lücke ist das neue sympathische Leerstandsmonster der Stadt Sondershausen. Er wohnt ausschließlich dort, wo Geschäfte leer stehen. Sobald ein neues Geschäft eröffnet oder eine Idee einzieht, muss Lui Lücke seine Koffer packen und sich ein neues Zuhause suchen.
Am 26. August 2026 präsentierten Bürgermeister Steffen Grimm, Citymanagerin Kathrin Kilian und Martin Ludwig, Geschäftsführer der Sondershäuser Agentur Maniax@Work, gemeinsam die neue Leerstandsmarketingkampagne der Stadt. Mit Lui Lücke geht Sondershausen dabei bewusst einen ungewöhnlichen Weg: Leerstand soll nicht nur sichtbar gemacht, sondern vor allem als Chance für neue Ideen und Nutzungen vermittelt werden.
„Mit Lui Lücke möchten wir das Thema Leerstand ganz bewusst mit einem Augenzwinkern aufgreifen. Leerstehende Ladenlokale sollen nicht nur als trist oder problematisch wahrgenommen werden. Stattdessen möchten wir neugierig machen und zeigen, welches Potenzial in diesen Räumen steckt“, erklärt Citymanagerin Kathrin Kilian.
Lui wohnt im Leerstand – aber hoffentlich nicht lange
Lui Lücke fühlt sich dort besonders wohl, wo Ladenlokale leer stehen. Von den Schaufenstern aus schaut er Passanten freundlich entgegen und erklärt mit humorvollen Botschaften seine ungewöhnliche Wohnsituation: „Ich ziehe aus, wenn du einziehst." „Ich bin hier der einzige Stammkunde." „Bitte nicht einziehen." „Ich liebe leere Schaufenster." „Hier wohne ich." „Ich zahle hier keine Miete." Unter jedem Motiv steht die gemeinsame Botschaft: Vertreibt das Leerstandsmonster.
Denn eigentlich soll Lui möglichst schnell wieder ausziehen. Sobald ein Gründer, Unternehmen, Gastronom oder Dienstleister eine Fläche mit Leben füllt, heißt es: Tschüss Lui. Hallo neuer Laden!
Mehr als nur ein Plakat am leeren Schaufenster
Die Kampagne geht dabei deutlich über die reine Kennzeichnung von Leerständen hinaus. An den beteiligten Objekten informieren Roll-Ups, Schaufensterplakate und Objekt-Exposés über die jeweiligen Gewerbeflächen.
Über einen QR-Code gelangen Interessierte direkt zu weiterführenden Informationen auf der Internetseite der Stadt Sondershausen. Dort finden sich unter anderem wichtige Eckdaten, Fotos und Exposés zu den verfügbaren Objekten.
Das Besondere: Die Stadt zeigt nicht nur, was vorhanden ist, sondern auch, was daraus werden könnte. Mithilfe von künstlicher Intelligenz wurden für die Flächen Nutzungsideen visualisiert und in animierten Videos dargestellt. So können Interessierte beispielsweise sehen, wie ein leerstehendes Ladenlokal als Café oder für eine andere Nutzung aussehen könnte.
„Wir wollen schließlich nicht nur den Leerstand verwalten“, so Kathrin Kilian. „Wir wollen zeigen, welche Möglichkeiten in den Räumen stecken.“
Eine Kampagne mit ernstem Hintergrund
Hinter dem sympathischen Monster steckt ein ernstes Thema. Leerstände beeinflussen das Erscheinungsbild und die Aufenthaltsqualität einer Innenstadt und können dazu beitragen, dass Frequenz und Kaufkraft zurückgehen.
Die Stadt Sondershausen möchte deshalb Eigentümer bei der Vermarktung ihrer Immobilien unterstützen und gleichzeitig potenzielle Mieter, Gründer und Unternehmen auf verfügbare Gewerbeflächen aufmerksam machen.
Dabei sind die Leerstände nicht im Eigentum der Stadt. Die aktuell betrachteten Gewerbeeinheiten befinden sich in privater Hand. Von zehn ursprünglich für die Kampagne vorgesehenen Objekten beteiligen sich zunächst fünf Eigentümer an der Aktion.
„Wir können nur darauf aufmerksam machen, dass es dieses Problem in unserer Stadt gibt und wir uns über Jeden freuen, der den Sprung in die Selbstständigkeit wagt“, sagt Bürgermeister Steffen Grimm. Dabei denkt die Stadt nicht ausschließlich an klassischen Einzelhandel. Auch Gastronomie, Dienstleistungen, Büros oder andere innovative Konzepte können zur Belebung der Innenstadt beitragen. Entscheidend ist, dass neue Ideen und Menschen die Räume wieder mit Leben füllen.
Von der Idee zum Leerstandsmonster
Die Idee zu Lui Lücke entstand im Citymanagement der Stadtverwaltung gemeinsam mit Martin Ludwig, Geschäftsführer von Maniax@Work. Die Idee, der Name und das Kampagnenkonzept stammen aus der Stadtverwaltung. Martin Ludwig entwickelte und gestaltete die Figur mithilfe künstlicher Intelligenz und verlieh Lui sein unverwechselbares Erscheinungsbild. Anschließend wurde die Kampagne gemeinsam konzeptionell und gestalterisch weiterentwickelt.
Mit Lui Lücke verfolgt die Stadt Sondershausen einen neuen Ansatz im integrierten Leerstandsmarketing: Nicht der Leerstand selbst steht im Mittelpunkt, sondern die Menschen, Ideen und Unternehmen, die ihn beenden können.
Alle Informationen, Exposés und Nutzungsideen zu den aktuell im Rahmen der Kampagne beworbenen Gewerbeflächen gibt es unter: https://www.sondershausen.de/leerstandsmanagement.html

Bürgermeister Steffen Grimm (li.), Citymanagerin Kathrin Kilian (Mitte) und Maniax@Work-Geschäftsführer, Martin Ludwig, präsentieren die neue Leerstandsmarketingkampagne mit Lui Lücke.