2. Sinfoniekonzert "Zeitenwende"

| Haus der Kunst Sondershausen | Sondershausen

Schon Beethovens Zeitgenossen haben seine 9. Sinfonie als Ausdruck von Frieden, menschlicher Verbrüderung und Solidarität empfunden. Beethoven habe „prophetisch ausgesprochen, wonach das Jahr hundertringt, nach einem Himmelreich auf der Erde“, konnte man etwa um 1840 lesen. Seitdem sie am 31. Dezember 1918 – unmittelbar nach den Schrecken des 1. Weltkrieges und dem Ende der Monarchie – auf Initiative des Leipziger Arbeitsbildungsinstituts in Leipzig zur „Friedens- und Freiheitsfeier“ aufgeführt worden war, wird die Sinfonie heute überregional alljährlich zum Jahreswechsel gespielt. 1972 wurde die Freudenmelodie „Freude, schöner Götterfunken“ aus dem 4. Satz offiziell zur „Europahymne“ bestimmt. Beethoven vollendete das Werk nur drei Jahre vor seinem Tod und bereits auf beiden Ohren taub. Es wurde seine letzte Sinfonie, deren Dimensionen das damalige Publikum verstörten und bis heute beeindrucken. Denn Beethoven integrierte erstmals in eine Sinfonie die menschliche Stimme als weiteres Ausdrucksmittel, indem er im letzten Satz einige Strophen aus Schillers Ode „An die Freude“ vertonte.

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