Diese Webseite verwendet Cookies zur Auswertung der Aufrufe. Sie haben auf dieser Webseite die Möglichkeit personenbezogene Daten zu übermitteln. Ihr Besuch auf dieser Webseite kann von externen Unternehmen ausgewertet werden. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Loh-Orchester Sondershausen

Die Sondershäuser Lohhalle um 1915

Der Name dieses traditionsreichen Sinfonieorchesters leitet sich vom Loh her, einem einstigen Wäldchen beim Schloss Sondershausen. Das Loh-Orchester ist hervorgegangen aus der Hofkapelle der Fürsten zu Schwarzburg-Sondershausen, deren Leiter bis ins 17. Jahrhundert lückenlos dokumentiert sind.

Kurz nach 1800 wurde die Hofkapelle zu einem Sinfonieorchester erweitert, das in dem erwähnten Loh-Wäldchen öffentliche Konzerte gab. Dieser Wandel vollzog sich unter der Leitung des Klarinettisten Johann Simon Hermstedt. Für ihn schrieb Louis Spohr, damals Hofkonzertmeister in Gotha, drei Solokonzerte.

Anfangs mussten die Musiker Streich- und Blasinstrumente beherrschen, denn sie spielten sowohl in Sälen als auch im Freien. Für größere Besetzungen wurde die Kapelle mit musikalischen Laien aufgestockt. In den folgenden Jahrzehnten wurden die Dilettanten aus dem Orchester entfernt, und ab 1844 konzentrierten sich die Musiker auf ein Hauptinstrument. Neben populäre Konzertreihen traten Sinfoniekonzerte mit den großen Orchesterwerken Mozarts, Beethovens, Haydns sowie der neueren romantischen Meister. Für die Leitung des Orchesters interessierte sich 1852 auch Robert Schumann.

Max Bruch leitete das Orchester 1867-1870 und sammelte hier für seine kompositorische Entwicklung wesentliche musikpraktische Kenntnisse. Unter anderem schrieb er in Sondershausen sein bekanntes Violinkonzert g-Moll.

Die Sondershäuser Hofkapelle pflegte enge Beziehungen zu Franz Liszt in Weimar. Die Aufführungen seiner Werke durch das Orchester bedachte er stets mit höchstem Lob.

Durch die Lage im Herzen Deutschlands begünstigt, nahm das kleine Land Sondershausen immer wieder an neusten musikalischen Entwicklungen Anteil. Das änderte sich auch nicht, als die Fürstliche Hofkapelle 1919, nach der Ausrufung der Republik, in »Staatliches Loh-Orchester« umbenannt wurde. Ab 1921 etwa fanden regelmäßig die »Thüringer Musikfeste« statt, die ganz der Aufführung zeitgenössischer Komponisten gewidmet waren. Von der Eröffnung des Sondershäuser Theaters 1825 bis zu seinem Brand 1945 versah das Orchester auch Operndienste. Nach dem ersten Weltkrieg erhielt das Orchester den Namen »Staatliches Loh-Orchester«. Durch die Fusion mit dem Theater Nordhausen im Jahre 1991 hat das Loh-Orchester diese Funktion zurückgewonnen.