Chronik der Stadt Sondershausen

um 800 Die Entstehung von Sondershausen ist urkundlich nicht belegt, wird aber in die fränkische Zeit datiert.
1125 Erste urkundliche Erwähnung von Sondershausen als Siedlung, die von zwei Dienstmannen des Mainzer Erzbischofs namens Wydego und Remarus verwaltet wird.
1210/51 Albrecht von Halberstadt wird Schulmeister (Scholasticus) des Stiftes Jechaburg. Er tat sich als Dichter hervor und übersetzte die „Metamorphosen“ des Ovid.
um 1300 Unter den Hohnsteinern (seit 1263 auf Spatenburg ansässig) erhält Sondershausen das Stadtrecht. Die Stadt umfasste damals etwa 400 Häuser, die in einem unregelmäßigen Viereck zu Füßen des Schlosses lagen.

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1344 Die St. Andreas Kirche wird in einer Urkunde des Papstes erwähnt, der dem Grafen von Hohnstein erlaubte, in Sondershausen ein Nonnenkloster einzurichten.
1356 Heinrich V. von Hohnstein stirbt, ohne männliche Nachkommen zu hinterlassen. Die Stadt geht durch Erbschaft an die gräfliche (ab 1697 fürstliche) Dynastie der Schwarzburger über, die die Stadt bis 1918 als Residenz und Landeshauptstadt nutzten und ausbauten.
um 1500 Erstmalige Erwähnung einer Schule. Sondershausen hat etwa 1700 Einwohner.
1525 Aufständische Bauern verwüsten im Bauernkrieg das Chorherrenstift zu Jechaburg.
1534/55 Graf Günther lässt an Stelle der Sondershäuser Burg ein Renaissanceschloss errichten. Der Süd-, Ost- und Nordflügel entsteht. Der hochmittelalterliche Wohnturm wird zum Schlossturm umgebaut.
1555 Das älteste Kirchenbuch der Stadt wird angelegt. Das alte Stadtrecht wird bestätigt.
1560/70 Bau eines neuen Rathauses.
1570 Das Hospital St. Crucis wird neben der Cruciskirche neu erbaut.
1578 Ein Friedhof wird am Gottesacker angelegt. Zu dieser Zeit hat die Stadt etwa 2000 Einwohner.
1583 Errichtung der Domäne (in der jetzigen Carl-Schroeder-Straße), welche zuerst als Vorwerk für das Schloss, später als Wirtschaftsgebäude diente.
1593 Erstmalige Erwähnung von Gasthöfen („Der rote Löwe“ am Markt, später Goldener Löwe, der Ratskeller, Frosches Gasthof und vor dem Wippertore der Schwarze Bär).
1597 470 Personen werden Opfer der Beulenpest. Mehrfach hat es in den Jahrhunderten vorher größere Todeswellen (vermutlich durch Seuchen) gegeben, so 1577, 1551, oder 1349.
1613 Überschwemmung der gesamten Stadt. Wiederholt hat die Stadt Schäden durch Hochwasser der Wipper, u. a. 1650, 1727, 1909.
1618-1648 Im Dreißigjährigen Krieg wird Sondershausen mehrfach von kaiserlichen Truppen heimgesucht, am schlimmsten 1632/39. Nach den Kriegsereignissen folgte mehrfach die Pest. Über die Hälfte der Menschen in Sondershausen sind durch Krieg und Pest umgekommen.
1624 Wird das Gasthaus “Zum weißen Schwan” an der Nordseite des Marktplatzes erstmals als Herberge genannt.
1637 Erstmalige Erwähnung der Hofkapelle.
1680/95 Graf Christian Günther lässt das Renaissanceschloss umbauen und mit barocken Elementen ausschmücken. In den Jahren 1715/1725 folgt die zweite Phase der barocken Umgestaltung.
1691 Einweihung der Trinitatiskirche.
1697 Reichsfürstenstand für die Schwarzburger.
1700 Bau der Orangerie im Lustgarten.
1720/29 Errichtung des Prinzenpalais.
Ab 1851 wird das Palais Verwaltungsgebäude, als welches es noch heute fungiert.
1736 Wird das Jagdschloss „Zum Possen“ erbaut.
1738 Am 16. August wird eine Poststrecke von Braunschweig, Nordhausen, Sondershausen nach Langensalza eröffnet.
1746 Am 31.10. wird der Dichter und Schriftsteller Johann Karl Wezel in Sondershausen geboren.
1764/71 Fürst Christian Günther lässt das Schloss durch den Bau des Westflügels erweitern.
1770/71 Errichtung des Herkulesbrunnen im Schlosshof.
1774/75 Erbauung der neuen Domäne (heute Ärztehaus am Platz vor dem Wippertor).
1774/78 Errichtung des Gottschalckschen Hauses auf dem Gelände des sogenannten Utzbergischen Siedelhofes. Die Baukosten betrugen damals 8998 Taler.
1781 Bau des Possenturmes, ein achteckiger und achtgeschossiger Fachwerkturm von 42 m Höhe, auf den 214 Stufen führen.
1796 Druckt der Buchdrucker Rühl die erste lokale Zeitung Sondershausens. Der genaue Titel der Zeitung lautet „Gnädigst privilegiertes Sondershäuser Wochenblatt“.
1797 Lässt Fürst Günther Friedrich Carl I. für die Sondershäuser Schützenbrüderschaft das Schützenhaus errichten.
1800 Entsteht der Planplatz, die Hauptstraße wird bis zur Cruciskirche verlängert.
1801 Ein aus 12 Musikern bestehendes Elite-Hautboistenkorps (Harmoniekorps) unter der Leitung von Johann Simon Hermstedt wird gebildet.
1806 Im Loh finden regelmäßig öffentliche Konzerte der Loh-Kapelle statt.
1813 Die Tageszeitung „Der Deutsche“ wird am 06. November gegründet. Sie hat über 130 Jahre bestanden.
1814 Bau des Gasthofes „Zum Erbprinz“ im Zusammenhang mit der Einrichtung eines Schwefelbades (Güntherbad) in Stockhausen.
1815 Gründung des Hoftheaters.
1824 Es entsteht die Chaussee nach Erfurt.
Das Hoftheater wird hinter dem Westflügel des Schlosses erbaut.
1826 Errichtung einer jüdischen Synagoge in der Bebrastraße.
1829 Eröffnung des neuen Gymnasiums.
1836 Gestaltung des Schlossparkes als englischen Landschaftsgarten.
Aufstellung der ersten 30 Rüböllaternen in den Straßen der Stadt.
Gründung der ersten Sparkasse.
Eröffnung des Kaffees „Schwarzburg“ (später Café Pille).
1837 Wird im Loh die Musikhalle (Lohhalle) durch Architekt C. Scheppig errichtet.
1837/39 Bau der Schlosstreppe und der alten Wache.
Umgestaltung des Marktes durch C. Scheppig.
1846/51 Klassizistischer Schlossumbau.
1847/49 Errichtung des Marstallgebäudes im Lohpark.
1848 Erstmalig organisiertes Feuerlöschwesen.
Bau einer Badeanstalt in der Leopoldstraße
Errichtung eines Krankenhauses in der Leopoldstraße.
1849 Erste Briefkästen werden in der Stadt aufgestellt.
1851/53 Errichtung des Kreisgerichtsgebäudes und des Gefängnisses in der Friedrichsstraße.
1856 Umbau des Rathauses.
1867 Mit Abschluss der Militärkonvention zwischen Preußen und Schwarzburg-Sondershausen wird die Stadt preußischer Standort.
1869 Eröffnung des Hauptbahnhofes nach zweijähriger Bauzeit.
Freigabe der Bahnlinie Erfurt – Nordhausen.
1881 Eröffnung des Staatsschulgebäudes (Gymnasium) in der Güntherstraße.
1883 Gründung des Sondershäuser Konservatoriums durch Carl Schroeder.
1891 Einweihung der Bürgerschule „Karl Günther“ (heutige Berufsschule).
1892 Entstehung der Werkswohnsiedlung „Marienhall“ in Sondershausen-Stockhausen im Zusammenhang mit der Gründung des Kaliwerkes “Glückauf”.
1893 Teufen des ersten Kalischachtes zwischen Stockhausen und Großfurra.
1896/98 Es erhalten alle Häuser der Stadt Wasserleitung.
1898 Nach der Freigabe der Bahnstrecke Frankenhausen-Nordhausen kommt es zum Bau des Bahnhofes „Zum Possen“ (Südbahnhof).
1899/1900 Bau der Karl Günther Kaserne.
1902 Beginn der Produktion von Elektroinstallationsmaterial in Jecha durch die Firma Lindner.
1904/05 Errichtung der Kirche „St. Matthias“ in Sondershausen-Stockhausen.
1906/08 Bau der Katholischen Kirche St. Elisabeth (am heutigen Elisabethplatz).
1907/08 Es entsteht die Schachtanlage „Petersenschacht“ mit einem im Jugendstil errichteten 44 Meter hohem Förderturm.
1909 Einweihung des Lyzeums (Höhere Mädchenschule, heutige Kollwitz-Schule).
1914 Beginn des 1. Weltkrieges (1914–1918).
1918 Abdankung des Fürsten Günther Victor. Ende der konstituellen Monarchie.
1921 Die Stadt gibt auf Grund bitterer Armut Notgeld heraus.
1922 Die Straßenbeleuchtung wird von Gas auf elektrische Beleuchtung umgerüstet.
1929 In der Stadt findet im Mai das 3. Kartellfest des Sondershäuser Sängervereines statt.
Vom Verband Akademisch-musikalischer Verbindungen wird am Rondell das Denkmal zu Ehren seiner im Weltkrieg gefallenen Sänger eingeweiht.
1931 Einweihung des Bergbades „Sonnenblick“.
1939 Beginn des 2. Weltkrieges (1939–1945).
1945 Bomben zerstören Teile der Altstadt. 181 Menschen verlieren das Leben, 53 wurden vermisst.
1946 Vernichtung des Hoftheaters durch Brand.
1950 Einweihung des „Haus der Kunst“ im Loh.
1957/60 Das Achteckhaus wird restauriert und zu einem Konzertsaal für die Sommerzeit hergerichtet.
1960/80 Entstehen die Neubaugebiete „Borntal“, „Östertal“ und „Hasenholz“ in Plattenbauweise, Sondershausen hat 24.000 Einwohner.
1976/79 Der östliche Teil der Altstadt fällt dem Flächenabriß der 80ger Jahre zum Opfer. An seiner Stelle wird das Neubauviertel „Wippertor“ errichtet. Es setzt sich die schmerzhafte Reduzierung der historischen Substanz fort (u. a. Abriss des Sterbehaus von Joh. Karl Wezel).
1989/90 Einstellung des Kalibergbaus.
1990 Erste freie und demokratische Kommunalwahlen nach 1949. Wiedereinführung der Landesstruktur, Sondershausen ist Kreisstadt im Freistaat Thüringen.
1994 Bildung des Kyffhäuserkreises.
1998 Eingemeindung von Berka, Großfurra und Oberspier nach Sondershausen.
2007 Eingemeindung von Schernberg, Hohenebra, Thalebra, Großberndten, Kleinberndten, Immenrode, Himmelsberg und Straußberg nach Sondershausen.

Militär

Das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen war bis zur Novemberrevolution 1918 eines der sieben eigenständigen Herrschaftshäuser in Thüringen.

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Die Betrachtung der Geschichte der Schwarzburger stößt sehr bald auf die damit verbundene militärische Entwicklung, besonders im Territorium Sondershausen. Die Existenz dieses Fürstenhauses bedingte ein eigenständiges Militärwesen. Es wurde zum Schutz und der Stärkung bei der Durchsetzung politischer Ziele für unumgänglich gehalten. Zwei Ereignisse heben sich vor allem heraus. Das Jahr der Erhebung der Schwarzburger Grafen in den Reichs-Fürstenstand 1697.

Dies hatte die Gründung der fürstlichen Garde mit den erforderlichen Einrichtungen zur Folge. Zum weiteren der Abschluß einer Militärkonvention zwischen Schwarzburg-Sondershausen und dem Königreich Preußen 1867 mit dem Ausbau Sondershausens als Garnisonsstadt und der Schaffung ausgeweiteter Bedingungen für das hier stationierte 1. Bataillon des 3. Thüringer Infanterie-Regiments Nr. 71. Der regierende Fürst von Schwarzburg-Sondershausen war Regimentschef.

Ihren Platz im mittelalterlichen Reichsheer fanden die Schwarzburger im vierten Heerschild der Heeresschildordnung des Reiches. Die Entwicklung der Feuerwachen und des damit verbundenen Niedergangs der Ritterschaft erzwangen ebenso wie die Hussiten- und Türkenkriege eine Neuordnung des Militärwesens.
Unter Kaiser Karl V. (1519-1556) fand dieser Prozeß in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Form der Einteilung des Reiches in Reichskreise und der Pflicht der Stände, Reichskontingente zu stellen, seinen vorläufigen Abschluß.
Die Schwarzburger Stände gehörten danach gemeinsam mit den anderen Thüringischen, Sächsischen und Kurbrandenburgischen Territorien dem obersächsischen Kreis an. Bis zum Untergang des Heiligen Römischen Reiches 1806 blieb diese Gliederung im wesentlichen bestehen. So im Reichsheer integriert, nahmen Schwarzburger Truppen an allen großen europäischen Auseinandersetzungen teil.

Als Mitglied des Rheinbundes von 1807-1813 hatte das Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen Truppen zu stellen, die unter der Fahne Napoleons auf den Schlachtfeldern Europas von Spanien bis Rußland ihr Blut für fremde Interessen vergossen. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 zur antinapoleonischen Allianz gewechselt, zählten Schwarzburger Truppen zu den Siegern über Napoleon.

Nach 1815 gehörte Schwarzburg-Sondershausen dem Deutschen Bund an, in dessen Bundesheer das Kontingent des Füstentums in Batallionsstärke integriert wurde. In der nach 1815 zwischen Preußen und Österreich ausgetragenen Auseinandersetzung um die Führung im Deutschen Bund schloß sich das Fürstentum der preußischen Seite an. Im preußisch-österreichischen Krieg von 1866 stand das Sondershäuser Bataillon an der Seite des preußischen Heeres. Der Sieg Preußens und seiner Bundesgenossen mündete am 18. 08. 1866 in die Gründung des unter preußischer Führung stehenden Norddeutschen Bundes, zu dessen Gründungsstaaten auch Schwarzburg-Sondershausen gehörte. Das Ende dieses Krieges bedeutete nicht nur für Sondershausen gleichzeitig das Ende seines selbständigen Militärkontingents. Die zwischen Preußen und dem Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen am 28. 06. 1867 abgeschlossene Militärkonvention integrierte das über Jahrhunderte nur lose in die jeweiligen Reichskriegsverfassungen eingegliederte gräflich bzw. fürstliche Militär fest in das preußische und ab 1871 kaiserlich-deutsche Heer.

Sondershausen blieb Garnison. Bis zur Auflösung der Monarchie im Jahre 1918 gehörte das 1. Batallion des 3. Thüringer Infanterie-Regiment Nr. 71 zum öffentlichem Leben in der Landeshauptstadt Sondershausen. Die vor allem nach 1867 entstandenen militärischen Einrichtungen und Anlagen, Ausdruck der notwendigen Anpassung an den Standard im preußischen Heer, wurden zum Teil nach 1918 bis zur Gegenwart nachfolgend von der Reichswehr, der Wehrmacht, der sowjetischen Besatzungsmacht, der Volkspolizei, der Nationalen Volksarmee und der Bundeswehr genutzt.

Schulen

Stadt- und Landschule

1556 wird für Sondershausen schon ein zweiter ständiger Lehrer an der Stadt- und Landschule erwähnt.

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Er fungierte als Kantor und war besonders für die Ausbildung der Schüler im Gesang verantwortlich. 1559 wurden zwei weitere Lehrer angestellt, wodurch es möglich wurde, den auf fünf Klassen berechneten Sächsischen Schulplan durchzuführen. Die um die Neueinrichtung der Schule verdiente Gräfin Elisabeth ließ in der Pfarrstraße ein großes neues Gebäude errichten, in dem sich außer den Klassenzimmern auch die Amtswohnungen der Lehrer befanden.

Den um 1590 geltenden Lehrplan hat der Kantor Manard in Verse gebracht. Danach lernte man in der vierten Klasse Lesen, Schreiben, Beten und die Anfänge der lateinischen Sprache, übersetzte leichtere Schriftstücke, memorierte den Katechismus und übte sich im Gesange. Die zweite Klasse beschäftigte sich mit dem Studium der Heiligen Schrift, las Ciceros Briefe oder Aesops Fabeln. Zum Lehrstoff der ersten Klasse gehörten auch Rhetorik und Dialektik. Der große Brand von 1621 vernichtete auch das Schulhaus. Es wurde wieder aufgebaut und erweitert. 1657 wurde auch dieses Gebäude durch einen Brand zerstört. 1661 erfolgte der erneute Wiederaufbau. Aus dem Jahre 1709 liegt der Entwurf eines Lehr- und Stundenplanes für die sechsklassige Schule vor. 1759 wird die Schulordnung erneuert. Jede Klasse umfasst einen zweijährigen Kursus und wird in zwei oder drei Ordnungen geteilt.

Bei der 1829 erfolgten Umgestaltung der Stadt- und Landschule wurde neben dem Gymnasium mit Lehrerseminar eine selbständig vierklassige Knabenbürgerschule geschaffen, an der drei hauptamtliche Lehrer und einige Hilfslehrer unterrichteten. 1824 war bereits eine höhere Mädchenschule gebildet worden. Die Bürgerschulen standen zunächst unter der unmittelbaren Leitung des Superintendenten der Stadt. 1836 wurde ein selbständiger Direktor der beiden Bürgerschulen, die aus einer vierklassigen Knaben- und einer vierklassigen Mädchenschule bestanden, eingesetzt. 1844 unterrichteten an beiden Schulen zusammen fünf Lehrer und zwei Hilfslehrer. Die Schulpflicht begann ursprünglich mit dem fünften, später mit dem sechsten Lebensjahr. Die Einschulung erfolgte zunächst während des ganzen Jahres jeweils bei Erreichen der Altersgrenze. 1824 wurde festgelegt, die Schulzeit mit dem 14. Lebensjahr zu beenden.

1880 entschloß sich die Stadtgemeinde zum Bau einer neuen Bürgerschule.

Gymnasium

Die schon lange vor der Reformation bestehende Lateinschule und die 1560 weiter ausgestaltete Stadt- und Landschule hat zu allen Zeiten ihres Bestehens als Gelehrtenschule ihre Schüler bis zur Universitätsreife geführt.

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1828 kam es zur Durchführung von Reformen. Danach wurde die Stadt- und Landschule mit ihren sechs Klassen getrennt. Die abgezweigten unteren Klassen bildeten mit ihren Lehrern die vierklassige Bürgerschule. Die oberen Klassen wurden mit der aufgehobenen Stiftsschule zu Ebeleben zum Gymnasium vereinigt. Am 4. Mai 1829 wurde das Gymnasium feierlich eröffnet. 1881 zogen Lehrer und Schüler in das neue Schulgebäude in der Güntherstraße ein. Es ist aus Mitteln der französischen Kriegskontribution errichtet worden und war für Gymnasium und Realschule bestimmt. Sondershausens Ruhm als Schulstadt wurde vor allem durch das Gymnasium begründet. Nicht wenige Lehrer haben sich durch wissenschaftliche Veröffentlichungen bleibende Verdienste erworben.

Die Oberschule

Neben den gymnasialen wurden in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Realschulklassen eingerichtet. Die Realschule vermittelte eine höhere Bildung in der Muttersprache, der Mathematik, den Naturwissenschaften und den neueren Fremdsprachen.

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Die Realschule gab vor allem den mittleren Beamten, den meisten Volksschullehrern, den Technikern, Kaufleuten und Handwerkern ihre Vorbildung. 1852 besuchten die Realschule 256 Schüler. Sie war damit die meistbesuchte Schule der Stadt geworden. 1881 zog die Realschule mit in das neugebaute Schulgebäude in der Güntherstraße ein. Sie umfasste zu dieser Zeit drei Vorschulklassen und 6 Realschulklassen. 1903 wurde die Vorschule aufgehoben.

Ab 1918 wurde die Realschule zu einer Oberrealschule erweitert. 1926 hatte die Oberrealschule 500 Schüler und galt als eine der besten Lehranstalten des Landes Thüringen.

Das Lyzeum

Die schulische Bildung des weiblichen Geschlechts erfolgte in früheren Jahrhunderten losgelöst vom allgemeinen Schulwesen. Der Unterricht für Mädchen wurde von Schulmeisterinnen durchgeführt.

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In Schwarzburg-Sondershausen werden „Mägdleinschulmeisterinnen“ u. a. in Sondershausen, Greußen oder Ebeleben erwähnt.1665 weist eine Schulordnug an, dass die bestehenden gesonderten Knaben- und Mädchenschulen erhalten bleiben sollten und nur in kleineren Orten mit geringer Schülerzahl durften Knaben und Mädchen ausnahmsweise gemeinsam unterrichtet werden. Begüterte Eltern ermöglichten ihren Mädchen Privatunterricht. Am 19. Januar 1824 wurde zunächst eine einklassige höhere Mädchenschule gegründet. Die Schulpflicht für die Schülerinnen der höheren Mädchenschule wurde bis zum 14. Lebensjahr erhöht. Nach 1875 wird die Schule weiter ausgebaut, die Klassen wurden geteilt, neue Unterrichtsgegenstände eingeführt, ebenso der Unterricht in den modernen Fremdsprachen. Seit Aufhebung der Vorschule in der Realschule wurden die drei Vorschulklassen des Lyzeums auch von Jungen besucht. 1913 wurde eine Studienanstalt nach dem Plan der Oberrealschule eingerichtet. Aufbauend auf die bisherigen Klassen des Lyzeums erhielten Schülerinnen in drei Parallelklassen des Oberlyzeums einen verstärkten Unterricht in Mathematik und Naturwissenschaften.

Frühgeschichte

Das Gebiet um Sondershausen war Durchgangsland für viele Völkerschaften.

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Die schulische Bildung des weiblichen Geschlechts erfolgte in früheren Jahrhunderten losgelöst vom allgemeinen Schulwesen. Der Unterricht für Mädchen wurde von Schulmeisterinnen durchgeführt.

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Der älteste Fundort in Nordthüringen aus dieser Zeit liegt in Bilzingsleben. Es handelt sich um original erhaltene Feuer- und Werkstellen des Rastplatzes von Jägern und Sammlern vor 350 000 bis 400 000 Jahren. Ihnen folgten Völker aus dem Balkan- und Donaugebiet mit der Kultur der Linienbandkeramik. Sie begannen mit dem Ackerbau und der Viehzucht. Etwa mit Ende der Jungsteinzeit, ca. 2000 vor Chr., brachten Völker aus dem Tschechisch-Böhmischen die Metallurgie (Bronze) mit. Ab dem 7.–8. Jahrhundert vor Chr., wurden Werkzeuge allmählich aus Eisen hergestellt. Diese Zeit wurde durch viele kriegerische Auseinandersetzungen gekennzeichnet, die vom Raum um das Mittelmeer beeinflusst wurden. Dadurch wurden die Handelsbeziehungen vom Nordsee- und Ostseeraum bis zum mittleren Atlantik gestört bzw. brachen ab.

Neben den Einzelhofsiedlungen wurden verstärkt Befestigungen gebaut. In der vorrömischen Eisenzeit wurden die Siedlungen wieder etwas dichter, die Festungen wurden ausgebaut, u. a. entstanden germanische Befestigungsanlagen wie die Funkenburg bei Greußen. Funde über die Zeit der Völkerwanderung, der Hunneneinfälle, das Thüringerische Königreich und die Frankenzeit sind nicht, bzw. nur spärlich vorhanden. Sondershausen selbst entstand vermutlich im 8. Jahrhundert als fränkische Siedlung.

Post und Bahn

Entwicklung der Post

1860 erfolgte der Abschluß eines neuen Vertrages mit dem Preußischen Generalpostamt über die Ausübung des Postwesens im gesamten Fürstentum.

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Mit der Gründung des Norddeutschen Bundes 1867 übernahm Preußen auch die Thurn und Taxische Post. 1868 wurde das Briefporto eingeführt. Ab 1871 ging die Post in die Verwaltung des Deutschen Reiches über.

1887 wurde ein neues Postgebäude gebaut. Im bisherigen Postgebäude, im Vorwerk, in der heutigen Carl-Schroeder-Straße, fand nach Um- und Ausbau das seit 1883 bestehende Konservatorium für Musik seinen Platz.

Entwicklung der Bahn

Die Bahnstrecken im Fürstentum hatten eine Länge von etwa 137 km mit 40 Stationen.

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Das Bahnnetz umfasste folgende Strecken:

  • ab 1869   Nordhausen – Erfurt Preußische Staatsbahn
  • ab 1898   Sondershausen – Bad Frankenhausen Preußische Staatsbahn
  • ab 1893   Hohenebra – Ebeleben Privatbahn
  • ab 1897   Ebeleben – Mühlhausen Privatbahn
  • ab 1901   Greußen – Ebeleben – Keula Privatbahn

Die Strecke Nordhausen – Sondershausen – Erfurt

Um einen Anschluss an die Strecke Halle – Kassel zu ermöglichen, wurde die Verbindung zwischen den Städten Nordhausen und Erfurt hergestellt. Unter der Voraussetzung, dass Sondershausen einen Bahnhof erhält, beteiligte sich die Stadt am geplanten Bau. Über den Standort für den Bahnhof wurde heftig gestritten. Der Bahnbetrieb wurde am 17. August 1869 eröffnet. Im Jahre 1887 übernahm der Preußische Staat die Bahn in eigene Verwaltung. Die Länge der Bahnstrecke betrug 78,23 km.

Die Strecke Nordhausen – Sondershausen – Frankenhausen – Artern

1898 wurde für die neue Eisenbahnlinie Frankenhausen -Sondershausen von der Königlichen Eisenbahndirektion Erfurt der Fahrplan festgesetzt. Ein erster Probezug passierte am 18. September 1898 sämtliche Stationen der neuen Strecke.

Druckerei

Aus der Druckerei- und Zeitungsgeschichte Sondershausens

Die Gründung der ersten Buchdruckerei und der ersten Zeitungen in Sondershausen liegen weit auseinander. Im Jahre 1686 ließ sich der erste Buchdrucker in der Stadt nieder. Die Herausgabe der ersten Zeitung erfolgte erst 1796.

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Die erste Druckerei wurde in Sondershausen unter dem Grafen und späteren Fürsten Christian Wilhelm gegen Ende des 17. Jahrhunderts gegründet. Der erste hiesige Buchdrucker hieß Benedikt Schultz und kam aus Rudolstadt, wo schon früher eine Druckerei bestand. Sein Nachfolger war Heinrich Schönermark, welcher sich auch in der „schwarzen Kunst“ einen Namen machte.

Erst 1796 gab der damalige Drucker C. H. Gottlieb Rühl – er erhielt am 4. Januar die Genehmigung der fürstlichen Regierung – eine Zeitschrift unter dem Titel „Gnädigst privilegiertes Wochenblatt“ heraus. Es enthielt neben fürstlichen Verordnungen auch Zeitungsnachrichten. Der Preis für eine einzelne Zeitung betrug 3 Pfennige (für die damaligen Verdienstmöglichkeiten war das viel). Die erste eigentliche politische Zeitschrift, die nachweisbar in Sondershausen erschien, führte den Titel „Thüringer Politikus nebst beygefügten Anzeigen für Schwarzburg-Sondershausen“. 1801 erscheint das „Intelligenzblatt“ als amtliche Zeitung. Es wurde vom Buchhändler Elzner verlegt und bis 1805 wöchentlich herausgebracht.

1806 begann Carl Ludloff mit der Neuausgabe eines Wochenblattes mit dem Titel „Gemeinnützige Blätter für Schwarzburg“. Die Ausgaben erschienen in fünf Jahrgängen bis 1810. Im letzten Jahrgang wurde die „Manardsche Reimchronik von Sondershausen“ gedruckt.

Im dritten Jahrgang der „Gemeinnützigen Blätter“ von 1808 brachte Carl Ludloff auch Nachrichten über die Schriften Johann Karl Wezels, für den er ein lebhaftes und sachkundiges Interesse zeigte. Diese Beiträge und eine Biographie über Wezel lagen bereits 1804 handschriftlich vor. Ihre Veröffentlichung wurde aber aus den verschiedensten Gründen immer wieder verhindert.

Als die „Gemeinnützigen Blätter“ eingegangen waren, gab Carl Fleck 1811 das „Allgemeine Intelligenzblatt für Schwarzburg-Sondershausen“ heraus, das wöchentlich erschien und auch Beiträge Ludloffs enthielt. Ab 1822 erschien regelmäßig „Der Teutsche“.

Im Januar 1826 ging die Flecksche Druckerei in das Eigentum vom Buchhändler Eupel über. Im Eupelschen Verlag nahm „Der Teutsche“ bald einen großen Aufschwung. Der Leserkreis erweiterte sich. Nach 1848 änderte sich der Titel der Zeitung in „Der Deutsche“, die „Politische Zeitung für Stadt und Land“.

Neben der bürgerlichen Lokalzeitung erschien bis 1933 in Nordhausen „Der Volksbote“, eine Zeitung der KPD, die auch in Sondershausen vertrieben wurde. Ende 1942 stellte „Der Deutsche“ sein Erscheinen ein. Die erste, wieder in Sondershausen gedruckte Zeitung nach dem Zusammenbruch des Hitlerregimes, war das „Amtsblatt für den Kreis Sondershausen“ mit Bekanntmachungen der Besatzungsmacht und anderer ziviler Dienststellen.